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Dokumentation: 100 Jahre Carl Friedrich von Weizsäcker

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Die vier Berliner Tage ab dem 28. Juni 2012 sollen Gelegenheit geben zum aktuellen Disput einiger Gedanken und Fragestellungen, die im Werk Carl Friedrich von Weizsäckers herausragende Stellung haben. Dabei geht es nicht um eine Exegese oder historische Analyse der wissenschaftlichen Arbeit des Physikers, Philosophen und Friedensforschers. Vielmehr werden von uns Heutigen ausgewählte Fragen aufgenommen, die uns mit den vergangenen Jahrzehnten verbinden, weil sie (immer) wieder neu gestellt werden müssen.

Im Horizont eines Gedankenganges, den Weizsäcker in seiner letzten öffentlichen Vorlesungsreihe entwickelt hat, werden unterschiedliche wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen reflektiert. Unsere Überlegungen in den Dimensionen Politik, Religion, Wissenschaft und Person führen schließlich zu Fragen der Moral, der Ethik und der Verantwortung. Dabei werden die Anregungen Weizsäckers auch in Erinnerungen an einige ausgewählte Beispiele seiner Argumentationen und Reflexionen vergegenwärtigt. Durch unser Gespräch und das gemeinsame Denken in der Sache soll auch die Person in angemessener Weise gewürdigt werden. Schließlich ist dieses gemeinsame Denken und Suchen nach Lösungen im Geiste von gemeinschaftlich wahrgenommener Gefährdung der Welt eine wesentliche Intention des Wirkens von Carl Friedrich von Weizsäcker. Das herrschaftliche Anwesen und der Park der Europäischen Akademie zu Berlin geben uns dafür den Raum.

Die Tagung zum hundertsten Geburtstag folgt im Wesentlichen der Gliederung der letzten öffentlichen Vorlesungsreihe, die Carl Friedrich von Weizsäcker im Januar und Februar 1997 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München gehalten hat (Carl Friedrich von Weizsäcker, Wohin gehen wir? München: Carl Hanser Verlag 1997). Im Vorwort schreibt er: „Ich versuche, zu durchdenken, was sich mir in nun achtzig Lebensjahren aufgedrängt hat als unser Schicksal, als unsere Aufgabe. Die vier Titel entstammen der Erfahrung meines Lebens. An einigen zentralen Stellen werde ich diese persönlichen Erfahrungen als solche ausdrücklich aussprechen. Wer meine Worte liest oder hört, sei aufgefordert, sich zu fragen, wie sich ihm selbst unser Schicksal und unsere Aufgabe darstellt. Vielleicht kann daraus ein weiterer Schritt zur Zusammenarbeit hervorgehen.“ Dieser Aufforderung wollen wir zwanzig Jahre später noch einmal nachkommen. Wir wollen dabei Gedanken für unsere Zukunft entwickeln und zugleich den Physiker, Philosophen und Friedensforscher mit kritischer Reflexion würdigen.

Wegstrecke und Elemente der Tagung

Die Tagung enthält dafür verschiedene Elemente:

Reflexion:
Mit jeweils 15-Minuten-Inputs werden Texte von Carl Friedrich von Weizsäcker auf persönliche Weise gewürdigt, die im jeweiligen thematischen Umfeld des Programmabschnitts verortet sind.

Vortrag:
Jeweils 30-Minuten-Vorträge behandeln den thematischen Schwerpunkt aus aktueller und/oder biographischer Perspektive.

Kommentar:
Jeweils 10-Minuten-Kommentare zum Vortrag/Thema aus aktueller und/ oder biographischer Perspektive. Sie leiten zur Diskussion über.

Diskussion:
Ca. 30 Minuten Plenumsdiskussion zum thematischen Schwerpunkt.

Gespräch:
Podiumsgespräch zum Thema aus aktueller und/oder biographischer Perspektive.

Die Wegstrecke dafür heißt:
Wohin gehen wir heute?
Der Gang der Politik
Der Weg der Religion
Schritte der Wissenschaft I
Schritte der Wissenschaft II
Eine Öffnung des Blicks: Wer bin ich?
Was sollen und dürfen wir tun?
Wohin gehen wir - heute?

28. Juni 2012
Auftaktveranstaltung: Wie wird und soll die Rolle der wissenschaftlichen Bildung in den nächsten Jahrzehnten aussehen?

Öffentlicher Vortrag und Podiumsdiskussion in Kooperation mit der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance

Wie soll und wird die Rolle der wissenschaftlichen Bildung im nächsten Jahrzehnt aussehen? Ein Ausblick.
Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker

Begrüßung:
Prof. Dr. Gesine Schwan (HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance)
Prof. Dr. Hartmut Graßl (VDW e.V.)

Impuls-Vortrag:
Prof. Dr. Gesine Schwan

Kommentar:
Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (UNEP)

Podiumsdiskussion:
Doris Ahnen (Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz)
Dr. Christine Speth (Audi AG Ingolstadt)
Melanie Fröhlich (fzs, DAAD)
Dr. Andreas Keller (GEW, DAAD)
Prof. Dr. Ulrich Bartosch (VDW e.V., Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, DAAD)
Moderation: Prof. Dr. Gesine Schwan

29. Juni 2012
Begrüßung

Prof. Dr. Eckart Stratenschulte
(Direktor der Europäischen Akademie)

Prof. Dr. Ulrich Bartosch
(Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler)

Prof. Dr. Max Ringlstetter
(Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

29. Juni 2012 - 1. Teil
Wohin gehen wir?

„Ich wage nicht zu sagen, wie dieser gemeinsame Weg wirklich aussehen wird. Wir alle müssen lernen, einander wahrzunehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Wahrnehmung erst nach nochmaligen, unvergleichlich großen Katastrophen eintreten wird. Aber ich bin überzeugt, sie ist möglich.“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 109)

Moderation:
Prof. Dr. Ulrich Bartosch

Reflexion:
Dr. Naika Foroutan

Vortrag:
Prof. Dr. Klaus Töpfer

Kommentar:
Prof. Dr. Ulrike Beisiegel

Diskussion

30. Juni 2012 - 1. Teil
Der Gang der Politik

„Wie kann eine Regierung das langfristig Notwendige entscheiden, wenn es kurzfristig unbeliebt ist und ihren nächsten Wahlerfolg bedroht? Die repräsentative Demokratie ist also darauf angewiesen, dass die Wählerschaft das langfristig Notwendige als solches erkennt und anerkennt.“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 33f)

Moderation:
Reiner Braun

Reflexion:
Dr. Constanze Eisenbart

Vortrag:
Bundesminister a.D. Dr. Erhard Eppler

Kommentar:
Prof. Dr. Carmen Kaminsky

Diskussion

30. Juni 2012 - 2. Teil
Der Weg der Religion

„In Wahrheit aber bedeutet das Ethos der Bergpredigt zugleich die Gesinnung. Liebet eure Feinde ist hier die zentrale Erfahrung. Nimm den Mitmenschen ernst, nicht erst wenn er die Normen erfüllt, die zu erfüllen dein eigener Stolz ist.“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 47)

Moderation:
Dr. Beatrix Tappeser

Reflexion:
Prof. Dr. Alois Schifferle

Vortrag:
Prof. Dr. Klaus Meyer-Abich

Kommentar:
Prof. Dr. Konrad Raiser

Diskussion

30. Juni 2012 - 3. Teil
Schritte der Wissenschaft I

„Die Bedingungen, die Adam Smith an die Marktwirtschaft gestellt hat: Friede, Rechtsordnung, Infrastruktur, sind heute nicht mehr weltweit erfüllt. Ist der heutige Weltmarkt stabil? Ist er menschenwürdig?“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 79)

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Moderation:
Prof. Dr. Lothar Brock

Reflexion:
Dr. Hans-Jochen Luhmann

Vortrag:
Prof. Dr. Claudia Kemfert

Kommentar:
Dr. Matthias Kollatz-Ahnen

Diskussion

30. Juni 2012 - 4. Teil
Schritte der Wissenschaft II

„Die Sterne, die am Himmel wandern. Die Fülle der Erde. Das Leben. Den Menschen: seine Gesellschaft, seine Natur. Schrittweise nimmt dieses Wissen zu. Und Wissen ist Macht. Aussagenkönnen ist Weg zu gemeinsamer Macht. Der Schritt der Wissenschaft führt uns zurück in den Gang der Politik.“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 61)

Moderation:
Prof. Dr. Hartmut Graßl

Reflexion:
Prof. Dr. Michael Drieschner

Vortrag:
Prof. Dr. Arnulf Quadt

Kommentar:
Prof. Dr. Carola Sachse

Diskussion

30. Juni 2012 - 5. Teil
Eine Öffnung des Blicks: Wer bin ich?

„Ich bin nur ein einzelner von etwa sechs Milliarden Menschen, die heute leben. Ich bin eingefügt in eine Familie, in einen gesellschaftlichen Stand, in eine Nation, in eine Kultur.“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 9)

Rückblick auf ein deutsches Generationengespräch

Rainer Langhans
im Gespräch mit
Prof. Dr. Hans-Joachim Bieber

Diskussion

1. Juli 2012 - 1. Teil
Was sollen und dürfen wir tun?

„Der Schritt der Wissenschaft mit seinen technischen Folgen ist der Ursprung dieser Ausdehnung unserer konkreten Verantwortung auf die ganze Menschheit. Wie aber soll und kann unser Bewusstsein das Wesen und die Folgen der Wissenschaft einschlie- ßen?“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 105)


Moderation:
Prof. Dr. Maria Finckh
Reflexion:
Dr. Elisabeth Kraus
Vortrag:
Prof. Dr. Martin Heisenberg und Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker im Gespräch mit Dr. Helmut Rechenberg

"Carl Friedrich von Weizsäcker und Werner Heisenberg - Wissenschaft, Freundschaft, Verantwortung. Eine gemeinsame Erinnerung mit Blick nach vorne."

Kommentar: Prof. Dr. Regine Kollek

Diskussion

1. Juli 2012 - 2. Teil
Wohin gehen wir - heute?

„Ich wage … eine scheinbar optimistische These. Wissenschaft ist Wissen. Wenn die Wissenschaft die Gefahren für das Überleben der Natur erzeugt, so wird genau auch die Wissenschaft erkennen können, wie diese Gefahren vermieden oder überwunden werden können. … Von neuem werden wir auf den Weltfrieden und den Weltmarkt verwiesen.“
(Carl Friedrich v. Weizsäcker, Wohin gehen wir? S. 90)

Moderation:
Prof. Dr. Götz Neuneck

Vortrag:
Prof. Dr. Johan Galtung

Kommentar:
Dr. Antje Vollmer

Im Gespräch mit dem Plenum:
Prof. Dr. Hubert Weiger



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